Flächendeckender Breitbandausbau für deutlich geringere Investitionen möglich als erwartet

30
Jan
2014
Kategorie: Allgemein   /  

Bad Honnef (ots) – WIK zeigt in einer aktuellen Studie, dass VDSL Vectoring Technik auf dem kupferbasierten Telefonanschlussnetz im Vergleich zu reinen Glasfaseranschlussnetzen erheblich geringeren Investitionsaufwand erfordert. Investitionsaufwand sinkt um den Faktor vier.

Der flächendeckende Breitbandausbau ist eines der wesentlichen Ziele der Bundesregierung. Die Modellrechnungen des Wissenschaftlichen Instituts für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK) zeigen, dass ein reiner Glasfaseranschluss durchschnittliche Investitionen in Höhe von rund 2.400 Euro pro Kunde erfordert, ein VDSL Vectoring Anschluss hingegen nur etwa 550 Euro. In Ballungsgebieten sinkt der Investitionsbedarf für VDSL Vectoring sogar auf ca. 300 Euro pro Kunde.

Dr. Karl-Heinz Neumann, Direktor des WIK: „VDSL Vectoring ermöglicht Bandbreiten von 50 Mbps und mehr bei rund einem Viertel des Investitionsvolumens reiner Glasfaseranschlussnetze. Nach unseren Modellrechnungen würde ein nahezu flächendeckendes VDSL Vectoring Netz in Deutschland etwa 17 Mrd. Euro kosten.“ Berücksichtigt man den bereits heute vorhandenen VDSL Ausbau in Deutschland, sinkt der verbleibende Investitionsbedarf sogar auf etwas weniger als 14 Mrd. Euro. Allerdings sind im ländlichen Bereich auf Grund der Leitungslängen nicht überall Bandbreiten von 50 Mbps erreichbar.

Laut Neumann ist eine Vectoring-Strategie sowohl für die Telekom als auch für alternative Netzbetreiber hochattraktiv, wenn sich die Erwartungen an die technische Leistungsfähigkeit dieser Technik im Betrieb erfüllen. Vectoring kann zumindest für die nähere Zukunft die Bandbreitenerwartungen der meisten Kunden gut erfüllen.

„Langfristig sind nur reine Glasfaseranschlussnetze zukunftssicher. Die Netzbetreiber können ihr VDSL Vectoring Netz jedoch später zu einem vollständigen Glasfaseranschlussnetz weiterentwickeln, wenn die Nachfrage nach besonders hohen Geschwindigkeiten entsprechend zunimmt“, so Neumann.

Das WIK hat mithilfe von Kostenmodellen den Investitionsaufwand für eine bundesweite VDSL Vectoring Plattform abgeschätzt. Dies diente als Grundlage für eine Untersuchung des Investitionswettbewerbs in Deutschland im Auftrag des BREKO (Bundesverband Breitbandkommunikation) Ende letzten Jahres. In dieser Studie wurde auch gezeigt, dass der dynamische Investitionswettbewerb zwischen Telekom und alternativen Netzbetreibern der beste Garant für einen weitgehend flächendeckenden Breitbandausbau mit Hochleistungsnetzen ist. Nun wurde die Analyse um den Vergleich mit dem Investitionsbedarf reiner Glasfaseranschlussnetze erweitert.

Weitere Informationen zu der Untersuchung auf www.wik.org.

Über das WIK: 1982 als Ideenschmiede des damaligen Postministeriums gegründet, hat sich das WIK Wissenschaftliche Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste GmbH (vormals: WIK Wissenschaftliches Institut für Kommunikationsdienste GmbH) zum bedeutendsten Forschungs- und Beratungsinstitut für Kommunikationsdienste in Deutschland entwickelt. Im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Arbeit stehen regulierungs- und ordnungspolitische Fragestellungen in den Bereichen Telekommunikation, Post, Energie, Bahn, Medien und Informationstechnologie.

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